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30th anniversary of the fall of the Berlin Wall - in the presence of Wolfgang SCHÄUBLE, President of the German Bundestag

Wolfgang Schäuble: „Ohne die europäische Einigung gäbe es keine deutsche Einheit.”

EP-Präsident David Sassoli und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gedachten des Falls der Berliner Mauer am 9. November 1989.
Der Präsident des Europäischen Parlaments, David Sassoli, würdigte die mutigen europäischen Bürger, „die friedlich, ohne Gewalt, allein durch ihre Willenskraft in der Lage waren, das Joch zu überwinden, unter dem sie seit Jahrzehnten litten“.

Er warnte jedoch davor, dass es bei der „europäischen Demokratie und den ihr zugrunde liegenden Werten und Prinzipien leider auch Rückschritte geben kann. Es erfordert das Engagement und die Entschlossenheit von uns allen, sie zu verteidigen.“ (….) „Als Zeuge dieser außergewöhnlichen Tage in Berlin kann ich nicht umhin, mit großer Besorgnis auf die Rückkehr von Geistern der Vergangenheit in Europa zu schauen, von denen wir dachten, sie seien für immer unter dem Gewicht der Geschichte begraben“, fügte er hinzu mit Bezug auf das Wiederaufleben des Antisemitismus. Er gedachte ebenfalls der Opfer der Anschläge von Paris, anlässlich des vierten Jahrestags der Terrorattacke. (Lesen Sie die vollständige Rede)

Der Präsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Schäuble, sagte: „Ohne die europäische Einigung, ohne den Wunsch der Europäer in Ost und West zusammenzuwachsen, gäbe es keine deutsche Einheit. Das eine war die Voraussetzung für das andere, beides die zwei Seiten einer Medaille. Die vier Siegermächte machten die staatliche Einheit Deutschlands möglich, indem sie uns schenkten, worauf wir keinen Anspruch erheben konnten: ihr Vertrauen. So wie unsere direkten Nachbarn und die Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft auch. Trotz der Wunden, die der von Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg auf dem Kontinent hinterlassen hatte. Wir Deutschen werden diesen Beweis der Versöhnung nie vergessen!“

Er warnte ebenfalls, davor, dass die europäischen Werte keinen „unangefochtenen Siegeszug“ antreten würden, und fügte hinzu: „Die regelbasierte internationale Ordnung ist unter Druck – und das in einer zunehmend verflochtenen Welt, in der Wahrheit nicht mehr zählt und nationale Egoismen ausgelebt werden. In der sich aber die drängendsten Fragen – der Welternährung, der Migration, des Klimawandels und der Sicherheit – nur global beantworten lassen. (…) Wir müssen Kleingeistigkeit, Selbstbezogenheit und Furcht überwinden.“

Mit einer Runde von Erklärungen der einzelnen Fraktionen und von Vertretern der Kommission und des Rates wurde die feierliche Sitzung abgeschlossen.

über red

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