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EU-Hilfen: 2,1 Millionen Euro für entlassene Reifenarbeiter in Deutschland

  • 2.165.231 Euro an EU-Unterstützung für Arbeitsmarktmaßnahmen aus dem Fonds für die Anpassung an die Globalisierung
  • Unterstützung von 646 ehemaligen Mitarbeitern des Reifenherstellers Goodyear in Deutschland
  • Grund ist die vollständige Stilllegung der Goodyear-Produktionsstätte in Philippsburg in Baden-Württemberg

Das Parlament hat Maßnahmen gebilligt, mit denen die Chancen von hunderten entlassenen Reifenarbeitern in Deutschland auf eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt verbessert werden.

Der Bericht von Ingeborg Gräßle (EVP, DE) wurde am Mittwoch mit 607 Ja-Stimmen bei 86 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen angenommen.

Aufgrund des Rückgangs der EU-Automobilproduktion und der Marktanteile infolge der Globalisierung ist es bei Goodyear zu einer erheblichen Überkapazität in der Reifenproduktion für Kleinwagen (B-Segment) gekommen. Das Unternehmen musste sein Werk in Philippsburg schließen, das von allen europäischen Goodyear-Werken die größte Produktionskapazität für solche Reifen besitzt. Das Werk war der größte Arbeitgeber in der Region.

Die überwiegende Mehrheit der entlassenen Arbeitnehmer sind Männer im Alter zwischen 30 und 54 Jahren, während 26% zwischen 55 und 64 Jahre alt sind. Etwa 300 der entlassenen Arbeitnehmer sind unqualifiziert und haben einen Migrationshintergrund (einige sind EU-Bürger, andere Drittstaatsangehörige). „Daher sind aktive Arbeitsmarktmaßnahmen, die aus dem EGF kofinanziert werden, umso wichtiger, um die Chancen dieser Gruppen auf eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu verbessern“, heißt es im Bericht.

Die Arbeitnehmer, die für diese Unterstützung in Frage kommen, können an Workshops teilnehmen und Qualifizierungsmaßnahmen, Existenzgründerberatungen, Nachbetreuung zur Beschäftigungssicherung nach der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt sowie Aus- und Weiterbildungsbeihilfen in Anspruch nehmen.

Hintergrundinformationen

Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) hilft Arbeitnehmern, wenn sie infolge von Veränderungen des Welthandelsgefüges (z. B. Schließung eines großen Unternehmens oder Verlagerung einer Produktionsstätte außerhalb der EU) ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Der EGF verfügt im Zeitraum 2014–2020 über ein maximales Jahresbudget von 150 Millionen Euro. Aus diesem Fonds können bis zu 60% der Kosten von Projekten bestritten werden, die entlassenen Arbeitnehmern helfen können, einen neuen Job zu finden oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

Der EGF hilft durch die Finanzierung von Maßnahmen wie Unterstützung bei der Arbeitssuche, Berufsberatung, bedarfsgerechte Ausbildung und Umschulung, Betreuung und Coaching sowie Förderung von Unternehmertum und Unternehmensgründungen.

über red

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