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Stromverbund: EU-Länder sollen nationale Netze miteinander verbinden

Durch die vollständige Integration der Strommärkte der EU könnten die Strompreise um mindestens 2 Euro/MWh sinken, so dass die europäischen Verbraucher bis 2030 jährlich bis zu 40 Milliarden Euro sparen könnten. So steht es in einer am Dienstag verabschiedeten Entschließung. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die EU-Staaten allerdings bis zu 150 Milliarden Euro investieren, um die nationalen Netze miteinander zu verbinden, so der Text.

„Ein besser miteinander verbundenes europäisches Stromnetz ist gut für einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energiequellen, was zur Erreichung der Klimaziele beiträgt, aber auch für eine Förderung des Wettbewerbs in Europa durch günstigere Strompreise“, sagte der Berichterstatter Peter Eriksson (Grüne/EFA, SE).

Mit genügend Investitionen, um sicherzustellen, dass mindestens 10% des Stroms aus der Produktion eines jeden Mitgliedstaats in die Netze der Nachbarländer eingespeist werden können, wird es strategisch möglich, ein „widerstandsfähigeres und robusteres Netz“ zu schaffen, so der Text. Das Stromverbundziel von 10% ist „lohnend“, trägt aber nicht immer den Marktgegebenheiten Rechnung, heißt es, da „zwölf Mitgliedstaaten, die vornehmlich in der Peripherie der EU liegen, das Stromverbundziel von 10% nach wie vor nicht erreicht haben und somit größtenteils vom Strombinnenmarkt abgeschnitten sind.“

 

Regionale Zusammenarbeit

  • Ostseeraum: Die Abgeordneten sind besorgt darüber, dass die Netze der baltischen Staaten „immer noch mit dem russischen Stromsystem synchronisiert und von diesem abhängig sind“. Dieses „Hindernis für einen wirklich integrierten und ordnungsgemäß funktionierenden europäischen Strommarkt erfordert eine „baldige Synchronisierung der Stromnetze der baltischen Staaten mit dem kontinentaleuropäischen Netz.“
  • Nordseeraum: Die Koordinierung der Planung und des Baus einer „regionalen Offshore-Netzinfrastruktur, des Marktzugangs und des Austausches von Reserven im Nordseeraum“ könnte durch einen besser integrierten regionalen Markt „bis 2030 Kosteneinsparungen in Höhe von 5 bis 13 Milliarden Euro nach sich ziehen“. Die Abgeordneten stellen außerdem fest, dass mit dem Offshore-Wind in der Nordseeregion bis 2030 potenziell mehr als 8% der europäischen Stromversorgung erbracht werden können.
  • Mittel- und Westeuropa: Der gemeinsame Strommarkt zwischen Österreich und Deutschland ist ein „Erfolgsmodell“, für das sie „eine Erweiterung der Gebotszone“ fordern.
  • Mittel- und Südosteuropa: Die Zusammenarbeit und Koordinierung, was die „langfristige Planung und den Aufbau einer mittel- und südosteuropäischen regionalen Netzinfrastruktur betrifft“, muss „über die Grenzen der EU hinausgehen, damit auch die nicht der EU angehörenden Länder des Westbalkans und die Türkei einbezogen werden.“
  • Iberische Halbinsel: Die derzeitige Verbundkapazität zwischen der Iberischen Halbinsel und dem europäischen Festland ist „zu gering“, und die derzeit auf der Liste mit Vorhaben von gemeinsamem Interesse geführten Vorhaben reichen nicht aus, um das Verbundziel bis 2020 zu verwirklichen, so die Abgeordneten. Sie begrüßen die Initiative der Kommission, eine Studie zu den Vorteilen der Verbindung der Iberischen Halbinsel mit Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien und Ländern des südlichen Mittelmeers durchzuführen.

 

Ergänzende Ziele

Das Parlament verlangt, dass „mit Sicherheit vor 2030 ambitionierte und faktengestützte ergänzende Verbundziele vereinbart werden müssen, die die Zustimmung der Regionen finden“. Diese Ziele sollten auf der Grundlage einer Vielzahl von Parametern festgelegt werden, da der „freie Zugang zu den Verbindungsleitungen sowie deren Verfügbarkeit“ unverzichtbar sind, um die Hindernisse, die dem funktionierenden europäischen Strombinnenmarkt nach wie vor im Wege stehen, zu beseitigen.

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Siehe auch

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